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Karōshi (jap. 過労死) = Tod durch Überarbeitung

Eigentlich war es ein ganz entspannter Abend. Unternehmer Klaus K. saß mit ein paar Freunden 2014 bei einem Bierchen zusammen und schaute das Weltmeisterschaftsendspiel Deutschland gegen Argentinien. Ein Spiel voller Emotionen, bei dem die deutsche Mannschaft als Sieger hervorging. Danach wurde noch ein wenig weitergefeiert. Vergessen waren in diesem Moment die finanziellen Sorgen, Bankkredite und die Frage nach der Zukunft. Am nächsten Morgen wachte K. mit Schmerzen in der Brust auf. Innerhalb kurzer Zeit war er im Krankenhaus, wo ein Infarkt diagnostiziert wurde. Nach einem Aufenthalt im Krankenhaus sollte K. zu einer dreiwöchigen Reha. Diese brach er nach bereits einer Woche ab, um wieder in seine Firma zurückzukehren, und deren Geschicke in die Hand zu nehmen. Klaus K. verstarb innerhalb eines Jahres.

Jährlich 300 Infarkte pro 100.000 Einwohner

Karōshi ist japanisch und bedeutet so viel wie „Tod durch Überarbeitung“. Damit werden Herzinfarkte und Schlaganfälle beschrieben. Zwar ist in den letzten Jahren die Zahl der tödlichen Herzinfarkte zurückgegangen, auf der anderen Seite hat sich jedoch die Zahl der Sterbefälle, die Folge eines Infarktes waren, aber nicht direkt zeitlich folgten, erhöht. In Deutschland und Österreich gibt es rund 300 Infarkte jährlich pro 100.000 Einwohner. Durch die bessere medizinische Versorgung ist die Zahl der direkten Todesfälle rückläufig. 2014 waren Erkrankungen des Kreislaufsystems jedoch die Nummer 1 der Todesfälle mit 39 Prozent. Jeder achte Patient verstirbt statistisch gesehen innerhalb des ersten Jahres an den Folgen eines Herzinfarktes. 20 Prozent brechen die Therapie oder die medikamentöse Behandlung nach einem Infarkt ab.

Die Ruhe nach dem Sturm

Dabei ist gerade die Rehabilitierung eine der wichtigsten Phasen nach einem Herzinfarkt. Diese dauert in der Regel drei bis vier Wochen. An fünf bis sechs Tagen werden vier verschiedene Therapiebereiche gearbeitet – der körperliche oder somatische Bereich, der Bildungsbereich, der psychische Bereich und der soziale Bereich. Alle vier Bereiche haben das gleiche Ziel. Den Betroffenen wieder ein normales Leben zu ermöglichen. Ruhe ist eine der wichtigsten „Medikamente“ bei der Nachbehandlung eines Infarktes. Aber welcher Unternehmer ist schon ruhig, wenn er weiß, dass in seiner Firma anscheinend nichts ohne ihn läuft oder dass das Angesparte aufgebraucht ist. Das nicht Erscheinen hat dann häufig den Bankrott zur Folge, hingehen bedeutet andererseits, dass ein hohes Risiko besteht, an den Folgen des Herzinfarktes zu erliegen.

Schnelle Hilfe bei unerwarteter Krankheit

Von der Krankenkasse beziehungsweise vom Rententräger werden zwar die Reha-Maßnahmen bezahlt, ansonsten gibt es jedoch wenig finanzielle Hilfe. Eine Alternative ist hier die Dread Disease-Versicherung. Dieser Begriff stammt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie „schlimme Krankheiten“. In großen Unternehmen ist es längst normal, dass Spitzenmanager und Führungskräfte über die Firmenleitung mit einer Dread Disease-Versicherung ausgestattet werden. Beim Situationen, die genau in der Police festgehalten sind, gibt es dann eine Einmalzahlung, mit der die größten finanziellen Engpässe abgesichert werden. Bei dieser Form der Versicherung fungiert das Unternehmen als Versicherungsnehmer, das einen Angestellten versichert. Aber natürlich ist es auch für Privatpersonen sinnvoll, sich auf diese Art finanziell abzusichern. Denn alles haben alle Krankheiten gemein – sie kündigen sich leider niemals vorher an.

Bild: © adrenalinapura

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