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Schlaganfall

Warum Schlaganfälle Sprachstörungen auslösen können

Neben Herzerkrankungen und Krebs zählen Schlaganfälle in Deutschland zur häufigsten Todesursache, an denen im Schnitt alle 2 Minuten ein Mensch erleidet. Aber längst nicht jeder Schlaganfall endet tödlich, vor allem dann nicht, wenn Patienten rechtzeitig in ärztliche Behandlung gelangen. Nichtsdestotrotz bleiben oftmals Langzeitschäden zurück, die eine Arbeitsunfähigkeit zur Folge haben. Ein sehr bekanntes Phänomen sind dabei Sprachstörungen.

Was sind Sprachstörungen und wie entstehen sie?

Die sogenannte Aphasie bei einem Schlaganfall entsteht, indem entweder im Gehirn eine Arterie verstopft und somit die Blutversorgung unzureichend ist – dann werden Gehirnzellen nicht mehr genügend mit Sauerstoff versorgt und sterben ab – oder wenn zum Beispiel ein Blutgefäß platzt und Blut ins Gehirn austritt. Mit anderen Worten, das Gehirn bzw. Teile des Gehirns wie die linke Hälfte und damit das Sprachzentrum nehmen Schaden an der Mangelversorgung. Patienten sind nachfolgend nicht mehr in der Lage, Sprache zu kodieren oder zu dekodieren. Dies unterscheidet die Aphasie als Sprachstörung von Sprechstörungen wie Stottern, bei denen der Prozess der Wortbildung gestört ist.

Was können Angehörige tun?

„Die Angehörigen wissen oft nicht, wie sie mit dem Patienten umgehen sollen, bringen ihm Kinderbücher oder behandeln ihn wie einen geistig Behinderten. Eine furchtbare Erfahrung für beide Seiten“, sagt das deutsche Portal für Schlaganfälle, denn Betroffene haben in der Regel weder an Intelligenz noch an ihrer kognitiven Leistungsfähigkeit eingebüßt. Stattdessen ist es notwendig, eine schnelle Therapie einzuleiten. Angehörige können daher zu einer Sprachtherapie motivieren, nach Absprache mit dem Logopäden Betroffene mit sprachlichen Übungen unterstützen und nützliche Beobachtungen über Fortschritte mitteilen. Allerdings sind Verbesserungen der kommunikativen Fähigkeiten nicht selten erst nach einem Jahr spürbar zu verzeichnen, denn Art und Verlauf der logopädischen Behandlung, die Zeitspanne seit Ausbruch der Aphasie sowie der Schweregrad der Störung beeinflussen das Ergebnis entscheidend mit.
Kurios: 94-Jährige Chinesin spricht nach Schlaganfall nur noch Englisch

Einen besonders ungewöhnlichen Fall der Aphasie weist die Chinesin Liu Jaiyu auf. Die Rentnerin, die lange Jahre als Englischlehrerin gearbeitet hatte, erlitt im Alter von 93 Jahren einen Schlaganfall und hatte im Anschluss ihre Muttersprache völlig verlernt. Stattdessen parlierte sie fließend auf Englisch, selbst, wenn Angehörige sie auf Mandarin ansprachen. Im Krankenhaus von Changsha wird sie seitdem therapiert und muss Schritt für Schritt ihre Sprachfähigkeiten zurückerkämpfen. Der Fall ist vor allem deshalb kurios, da normalerweise das Fremdsprachenzentrum des Gehirns bei einem Schlaganfall eher geschädigt wird. Insofern ist Liu Jaiyus Fall noch relativ glimpflich, da sie immerhin weiter kommunizieren kann.

Ursachen und Anzeichen für einen Schlaganfall

Die häufigste Ursache von Schlaganfällen sind Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, Stoffwechselstörungen wie Diabetes, Übergewicht und Rauchen, weshalb die Volkskrankheit auch berufstätige Menschen ab 40 bereits überraschend treffen kann, denn die Art der Arbeit – zum Beispiel Jobs im Sitzen, stressbelastende Tätigkeiten etc. – können das Risiko enorm erhöhen.

Insgesamt gibt es neben den genannten Sprachstörungen im Notfall fünf weitere Anzeichen dafür, dass es sich tatsächlich um einen Schlaganfall handelt: Lähmungen im Gesicht sowie Beinen und Armen, partielle Taubheit auf Berührungen, Sehstörungen bzw. Sehverlust, Schwindel und Koordinationsschwierigkeiten und heftige Kopfschmerzen ohne ersichtliche Ursache.

 

Bild: © lassedesignen

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